Workshops
Nach und nach werden hier die Ankündigungen der Workshops mit Teaser veröffentlicht. Es lohnt sich also, hier immer mal vorbeizuschauen.
Kriegsdienstverweigerung in der BRD
Das in der BRD gewährte Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung (KDV) aus Art. 4 III GG genießt gemeinhin einen guten Ruf. Insbesondere in den jüngsten Debatten zur angestrebten Kriegstüchtigkeit Deutschlands wird es gerne als Beweis für die Liberalität (und überhaupt Großartigkeit) der hiesigen Rechtsordnung angeführt, teilweise sogar glatt selbst schon zum guten Grund für diese Freiheit in den Krieg zu ziehen gemacht. Ob das so gerechtfertigt ist gilt es zu prüfen.
Im Workshop wollen wir uns folglich die diesbezügliche Rechtslage mal etwas genauer angucken, und daran anknüpfend auch ein bisschen darüber sprechen, wo und wie man verweigern kann und wie man das begründen sollte.
Außerdem werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen inwieweit es sinnvoll ist, sich darauf zu verlassen, dass die staatlich gewährte KDV immer und auf jeden Fall so bestehen bleibt. Also darüber sprechen inwieweit die rechtliche und faktische Lage sich auch verändern kann, wenn der deutsche Staat das so will.
Verinnerlichte Misogynie
Misogynie also die Abwertung des Weiblichen ist in dieser Gesellschaft trotz rechtlicher Gleichstellung der Geschlechter normal und allgegenwärtig. Wo es her kommt wird sich zu selten gefragt. Daher gebe ich erst mal eine kleine Einführung warum und wie Misogynie heute und auch unter reflektierten Feminist*innen weiter vorherrscht Denn nur weil wir nicht zu der Gruppe der Cis-Männer gehören, heißt es nicht wir haben in dieser Gesellschaft nicht selbst etliche sexistische Gedanken und Gewohnheiten angenommen. In diesem Workshop möchte ich mit euch darüber sprechen in welchen Widersprüchen wir uns befinden und wie wir mit unserem eigenen Handeln teilweise selbst Sexismus und Misogynie praktizieren und reproduzieren – Nicht nur anderen Personen gegenüber sondern all zu oft auch uns selbst gegenüber.
Fallstricke der Kritik linker Männlichkeit
Innerhalb der linken Szene und in linken Zusammenhängen ist Sexismus, Männlichkeit und Kritik an den selben seit Jahren Thema, aber scheinbar ändert sind dennoch recht wenig. Vom Frauen* in Diskussionen weniger ernst nehmen, bis hin zu gewalttätigen Übergriffen gegen Frauen* kann man in der Linken alles finden. Wie kann das sein, wenn doch unsere männlichen Genossen selbst sagen sie wollen Feministen oder pro-feministen sein?
In meinem Vortrag werde ich auf die Anforderungen, vor denen (linke) Männer innerhalb dieser Gesellschaft stehen, zu sprechen kommen und auch auf die Widersprüche mit denen sie sich rumschlagen müssen.
Ebenso werde ich eine Kritik an einigen üblichen Herangehensweisen linker Männer oder der Szene mit ihren Sexismen und ihrer eigenen Männlichkeit, ihren Bedürfnissen, Wünsche und Vorstellungen formulieren. Am Ende werden wir hoffentlich ein bisschen weiter kommen und wenigstens einigen Fallstricken der Kritik linker Männlichkeit erkennen und der aktuell verbreiteten (Spoiler: oftmals erfolglosen) Auseinandersetzung, etwas entgegen halten können.
Kritik Linker Moral
Nicht nur in der bürgerlichen Gesellschaft, sondern auch und gerade in der Linken ist Moral sehr weit verbreitet. Doch was ist daran eigentlich auszusetzen, wenn es die „richtige Moral“ ist?
Ich will in meinem Workshop anschauen welche Funktionen Moral in einer Gesellschaft (ob klein oder Groß) hat und welche zwangsläufigen und folgenschweren Fehler aus einer moralischen Politik folgen. Dabei wird herauskommen, dass moralische Argumente Nicht-Argument sind, weil sie weder die Ursachen gesellschaftlicher Konflikte erklären noch eine praktische Lösung bieten. Stattdessen individualisieren sie Probleme, ignorieren reale Interessen und Machtverhältnisse und wirken letztlich repressiv und legitimierend. Besonders in der linken Szene dient die Berufung auf Moral oft der Selbstlegitimation und Abgrenzung, ohne die Grundlagen der bestehenden Verhältnisse in Frage zu stellen. Die moralische Herangehensweise führt zudem zu schwerwiegenden Fehlern in der Praxis. Eine sachliche Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse erfordert, diese Widersprüche offen zu benennen, anstatt sie hinter moralischen Prinzipien zu verbergen.
Konkurrenz & Selbstverwirklichung: Sei du selbst – aber besser als die Anderen!
Ob in der Schule, im Beruf oder in Beziehungen: Konkurrenz ist in dieser Gesellschaft allgegenwärtig. In diesem Vortrag erörtern wir die Fragen wodurch diese Konkurrenz entsteht und wie ihre Konsequenzen aussehen können. Wir wollen dafür zunächst bündig darlegen, wie die kapitalistische Gesellschaft funktioniert. Im nächsten Schritt werden wir uns mit der Frage beschäftigen, wie Menschen sich zu dieser Konkurrenz stellen, welche Schlüsse sie im beruflichen und privaten Kontext daraus ziehen und wie dies den Umgang mit sich selbst und anderen beeinflussen kann.
Bürgerliche Staat – was ist das eigentlich? Eine Einführung
Über wenige Dinge gibt es (nicht nur unter Linken) so viele verschiedene Vorstellungen und Theorien, wie über den bürgerlichen Staat. Von Gesellschaftsverträgen, auf die man sich irgendwann mal geeinigt hätten, bis hin zur Behauptung, dass doch eigentlich „wir alle“ der Staat seien, ist da vieles dabei. Ganz schön verwirrend.
Also sinnvoll sich mal damit auseinanderzusetzen was der Staat denn nun wirklich ist, und sich zu erklären warum er eigentlich wie handelt, wie er funktioniert. Insbesondere dann, wenn man die immerhin von ihm betreute Gesellschaftsordnung wegen ihrer unschönen Resultate ablehnt und eigentlich gerne abschaffen würde.
Vordergründig soll es dabei um die folgenden Fragen gehen:
1. Was ist ein (bürgerlicher) Staat?
2. Inwiefern kann man bei modernen Staaten (insbesondere den demokratischen) von einem Subjekt sprechen, bzw. wie konstituiert sich dieses Subjekt dann?
3. In welchem Verhältnis steht der Staat zu seiner Gesellschaft und der kapitalistischen Ökonomie?
Das Programm der AfD
Die AfD ist laut Wahlumfragen im Aufwind. Mit einem „Zehn-Punkte-Sofortprogramm“ dient sich die AfD nicht als Koalitionspartner an, sondern präsentiert sich selbstbewusst als Führungskraft. Die AfD wirft den Regierungsparteien nicht bloß vor, dass sie versagen, sondern, dass „die Ampel-Koalition unser Land in den Ruin führt“ (Sofortprogramm). Die Regierung zerstöre Deutschland – das ist bei der AfD kein neues Urteil. Sie glaubt wirklich, dass die „politische Klasse“ gar nicht mehr den Zweck hätte, Deutschland stark zu machen, sondern Deutschland kaputt machen will. Dagegen will sie nicht nur radikal Opposition machen, sondern die Regierung übernehmen.
Was sie dann machen will sagt sie recht offen: Geflüchtete nicht reinlassen und rücksichtslos abschieben, Feindschaft gegen den Islam und Muslime, Feindschaft gegen den (Queer)-Feminismus, Energiewende umkehren, mehr Law & Order, Euro abschaffen usw. Was diese Programmpunkte aber im Kern verbindet, das ist vielen Leuten gar nicht klar. Ohne das lässt sich weder die AfD politisch verorten, noch klarkriegen, wie die AfD bekämpft werden sollte.
In der Veranstaltung wollen wir deshalb folgende Frage beantworten: Was ist der Kern des politischen Programms der AfD?
Wer das versteht, wundert sich auch nicht, warum die etablierten Parteien und ihre Wählerschaften recht viel Verständnis für so manche Positionen der AfD haben Und erkennt auch: Diese AfD ist nicht einfach ein Überbleibsel der Nazi-Zeit. Sondern ein ganz modernes Produkt dieser Bundesrepublik und ihres schwarz-rot-goldenen Nationalismus. Und das ist wirklich Grund zur Beunruhigung.
Utopie — wie könnte die befreite Gesellschaft aussehen?
Wenn wir mit Menschen über unsere Kritik der Gesellschaft diskutieren, kommt meistens nach einer Zeit die Frage: „Aber was ist denn die Alternative“? Meistens blocken wir ab, weil wir diese Debatte als unproduktiv erleben, sofern Menschen mit uns nicht die Kritik an der bestehenden Gesellschaft teilen. In diesem Workshop wollen wir der Frage nach der Alternative nachgehen. Dafür wollen wir basierend auf der Kritik an der Gesellschaft mit euch darüber diskutieren, wie eine befreite Gesellschaft aussehen könnte. Wir haben ein paar Ideen wie eine andere Gesellschaft vernünftigerweise eingerichtet ist (Planwirtschaft, Abschaffung von Geld & Tausch,…), freuen uns aber auch über eure Ideen und Einwände zu diskutieren.
Hinweis: Die Frage, der Transformation, also wie mensch in die befreite Gesellschaft kommen kann und was ggf. für Übergangsphasen zu beachten wäre, soll nicht im Workshop diskutiert werden.
Kulturelle Aneignung – kein zielführend antirassistisches Konzept
Wir wollen in unserem Workshop das Konzept der Kulturellen Aneignung kritisieren. Wir machen das nicht, weil wir Rassismus als unwichtig ansehen – ganz im Gegenteil. Wir möchten damit auch niemandem einen rein würgen. Wir sehen das enorme Leid, das Menschen durch Rassismus erfahren und verstehen, dass das Konzept der Kulturellen Aneignung ein Versuch antirassistischer Praxis ist. Aber gerade deswegen ist es uns wichtig, genau zu überlegen, ob diese antirassistisch gemeinte Praxis ihr Ziel auch wirklich erreichen kann.
In antirassistischen und linksliberalen Kreisen wird seit einigen Jahren problematisiert, dass „weiße“ Menschen (gemeint sind Menschen europäischer Abstammung) kulturelle Hervorbringungen nichtwestlicher Menschengruppen benutzen. Das kann einem Profitinteresse entspringen, wenn z.B. ein Modeunternehmen Designs verwendet, die von mexikanischen Stickmustern inspiriert sind. Das kann aber auch dem puren Vergnügen dienen, wenn sich Menschen gegenseitig mit buntem Farbpulver bewerfen (dem indischen Holi-Fest entlehnt). Hier wird problematisiert, dass durch derartige Handlungen eine Art Eigentumsrecht marginalisierter Gruppen an „ihrer“ Kultur verletzt werde. Auch wird befürchtet, dass Traditionen verfälscht und/oder trivialisiert werden. Deswegen soll die Übernahme kultureller Praktiken nichtwestlichen Ursprungs durch „weiße“ Menschen nur in enger Abstimmung mit der (vermeintlichen) Urhebergruppe moralisch erlaubt sein. Der Kampf gegen Kulturelle Aneignung wird als Teil des allgemeinen antirassistischen Kampf betrachtet. Wir denken aber, dass das Konzept der Kulturellen Aneignung dabei in eine Falle führt: Wer von „der Kultur“ einer marginalisierten Gruppe spricht, geht davon aus, dass Kultur eine homogene Sache ist, die alle Menschen einer Gruppe gemeinsam haben und die diese Gruppe wiederum von allen anderen Gruppen unterscheidet. Das ist ein Gedanke, der auch im stinknormalen Patriotismus zu finden ist und dort als Begründung dafür dient, vermeintlich „kulturfremde“ Gruppen auszuschließen. So reproduziert das Konzept der Kulturellen Aneignung die geistigen Grundlagen des Patriotismus, aus dem der Rassismus entspringt.
Neue Macht im Osten? – Polen, NATO und der Krieg
Seit vier Jahren herrscht Krieg in Osteuropa. Dies hat die geopolitische Situation vieler Länder Europas verändert. Polen spielte von Anfang an eine bedeutende Rolle bei der Unterstützung der Ukraine, sowohl wirtschaftlich, politisch und vor allem militärisch. Außerdem hat es eine sehr hohe Zahl von ukrainischen Geflüchteten aufgenommen und versorgt. Eine weitaus wichtigere Funktion hat Polen, wie auch Rumänien, als logistisches Drehkreuz des Nachschubs von Kriegs- und Versorgungsmaterialien übernommen.
Auf Grund der Geschichte der beiden Länder hat Polen Russland nicht erst seit Kriegsbeginn als Bedrohung wahrgenommen und als Konsequenz dessen hat es sein Aufrüstungs- und Militarisierungsprogramm massiv gestärkt. Hierbei spielt das historisch gewachsene enge Bündnis mit den USA eine wichtige Rolle, so werden zum Beispiel ein Großteil der Waffenkäufe Polens in den USA getätigt.
Auch in Deutschland und in Westeuropa erfährt die Aufrüstung Polens große Aufmerksamkeit und nimmt in einigen Diskursen eine äußerst wichtige Vorbildfunktion ein, wie zum Beispiel in der Sendung „ZDF Magazin Royal“ von Jan Böhmermann.
Wir wollen bei unserer Veranstaltung der Frage nachgehen, ob Polen in den nächsten Jahren zu einem wichtigen geopolitischen Akteur in der Region und Europa wird und was dies für Folgen haben kann. Außerdem wollen wir die Debatten in der polnischen Gesellschaft und der polnischen Linken zum Ukraine-Krieg beleuchten.
Hinweis: Es kann durchaus sein, dass sich der Fokus des Workshops noch von Polen wegbewegt und wir Osteuropa im gesamten mehr in den Blick nehmen.
Finanzkapital I: Die Grundlagen des Bankwesens – das Geschäft mit dem Kredit
Als in der Finanzkrise 2008 die Banken gerettet wurden, war klar warum: Sie sind “systemrelevant”. In der Presse und auch sonst in der Öffentlichkeit wurde dann gerne getrennt. Auf der einen Seite der solide Bankier, der “die Wirtschaft” mit Kredit versorgt und damit eine grundsolide Funktion hat, ungefähr so wie das Elektrizitäts- oder Wasserwerk. Dabei wurde gerne an die treu-deutsche Sparkasse gedacht. Auf der anderen Seite sah man den Banker, der wilde Spekulationsgeschäfte ohne gesellschaftlichen Nutzen betrieb. Dabei wurde dann gerne auf amerikanischen Investmentbanken hingewiesen.
Erst die Loslösung des Bankwesens von ihrer grundsoliden Basis und das Einreissen der unverantwortlichen Spekulation soll den Grundstein zur Finanzkrise gelegt haben.
Wir halten diese Gegenüberstellung für falsch. An der Kreditversorgung der Wirtschaft entdecken wir eine Förderung der Ausbeutung der Arbeitskraft. Und wir behaupten, dass das Geschäft der deutschen Sparkasse selbst schon die Grundlage für Krisen ganz eigener Art enthält. Das alles möchten wir am Kreditgeschäft der Banken als Grundlage des ganzen Finanzwesens zeigen.
Deswegen möchten wir auf dem Seminar folgende Fragen diskutieren:
- Wer braucht in dieser Gesellschaft Kredit? Und warum?
- Sind die Banken mit ihrem Geschäft wirklich nur Vermittler zwischen denen, die gerade Geld übrig haben, und anderen, die gerade welches brauchen?
- Was für Abhängigkeiten stiftet das Bankwesen zwischen den Wirtschaftssubjekten? Und ist das ein guter Grund, den Banken für das Gelingen ihres Geschäfts die Daumen zu drücken?
Im Workshop wird genügend Raum zur Diskussion sein. Wenn Ihr also Dinge über das Bankgeschäft gehört/gelesen habt, bei denen Ihr Euch unsicher seid, was daran stimmt, könnt Ihr die gerne ansprechen (am besten zu Beginn des Workshops). Dann können wir überlegen, an welcher Stelle des Workshops am besten darauf eingegangen werden kann.
Wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse sind übrigens nicht erforderlich.
[Dieser Workshop soll zunächst die Grundlagen des Bankgeschäfts erklären. Wenn mensch die verstanden hat, fällt auch das Verständnis des Wertpapiergeschäfts leichter. Deswegen sollten Leute, die den zweiten Teil zur Wertpapierspekulation besuchen wollen, auch an Teil I teilnehmen.]
Finanzkapital II: Das Wertpapier und sein Wert
Nach der Erklärung des gewöhnlichen Leihgeschäfts der Banken soll es im zweiten Teil des Workshops um das Wertpapiergeschäft gehen. Einige Punkte fallen bei der Betrachtung dieses Geschäftszweiges auf:
- Das schnelle Wachstum des angelegten Kapitals.
- Die erreichten Kapitalgrößen, die deutlich größer sind als das im industriellen Sektor angelegte Kapital.
Sich kritisch dünkende Menschen – durchaus auch von links – wollen hierin eine Entkopplung des Finanzkapitals von der “Realwirtschaft” entdecken und halten das für ein Problem. Diese Entkopplung soll dann zu Bildung von “Spekulationsblasen” und damit zur besonderen Krisenanfälligkeit des Finanzkapitals führen.
Die oben geschilderten Phänomene und ihre öffentliche Deutung werfen einige Fragen auf:
- Wie entsteht das Wachstum des Finanzkapitals, dessen Umfang und Geschwindigkeit als Indiz für “Blasenbildung” genommen werden?
- Wächst das Finanzkapital tatsächlich unabhängig von der “Realwirtschaft”?
- Wann und warum schlägt das Wachstum in eine Krise um?
- Wie sieht die Rettung des Finanzkapitals durch den Staat aus? Und warum wurde der Staat hier überhaupt tätig?
Im Workshop wird genügend Raum zur Diskussion sein. Wenn Ihr also Dinge über die Wertpapierspekulation/das Finanzkapital gehört/gelesen habt, bei denen Ihr Euch unsicher seid, was daran stimmt, könnt Ihr die gerne ansprechen (am besten zu Beginn des Workshops). Dann können wir überlegen, an welcher Stelle des Workshops am besten darauf eingegangen werden kann.
Wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse sind auch hier nicht erforderlich.
Staatsverschuldung
„Deutschland muss sparen“ heißt es. Der Staat dürfe „nicht über seine Verhältnisse“ leben. Und dann leistet leistet sich eine ganz große Koalition von CDU bis Grünen Schulden in ganz neuen Dimensionen: „Bundeswehr-Sondervermögen“ und „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“. Wie geht das zusammen?
Im ersten Teil des Workshops wollen wir uns mit ein paar Grundbegriffen beschäftigen: Was ist die Staatsschuldenquote? Was bedeutet Netto-Neuverschuldung? Werden die Staatsschulden jemals „zurückgezahlt“? Und wenn das nicht paasiert, ist das dann ein Problem?
Im zweiten Teil soll es darum gehen, wie sich der Staat finanziert. Welche Abwägungen zwischen der Finanzierung durch Steuern und Schuldenaufnahme gibt es? Wo liegen eigentlich die Grenzen der Staatsverschuldung? Was sind die Folgen, wenn sie überschritten werden? Und welche Folgen haben diese Randbedingungen dafür, wie der Staat seinen Statshaushalt bewirtschaftet?
Der Workshop ist explizit einsteigerfreundlich und soll zunächst die Grundlagen des Themas vermitteln. Spezialfragen wie die „Modern Monetary Theory“ möchten wir deswegen gerne ausklammern.